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200 Jahre Kinderarbeit in der Schweiz

von 14. April 2026Vereine

Am 8. April 2026 besuchte der Frauenverein Birmensdorf mit grossem Interesse das
Landesmuseum Zürich: Die Gruppe nahm an einer Führung durch die Ausstellung „Aus der
Not geboren – Arbeitende Kinder“ teil. Die Ausstellung beleuchtet 200 Jahre Kinderarbeit in
der Schweiz. Schon ab vier Jahren mussten Kinder früher arbeiten – auf Bauernhöfen, im
Haushalt, in der Textilindustrie, der Strohflechterei oder in Fabriken. Aufgrund ihrer geringen
Körpergrösse konnten sie an schwer zugänglichen Orten Maschinen bedienen und pflegen.
Oder die «Spazzacamini»: kleine Tessiner Buben wurden von ihren mausarmen Familien als
Kaminfeger nach Norditalien verdingt. Lohn gab es meist nicht, oft nur Essen oder
gelegentlich neue Kleidung.
Die Führung war sehr informativ und zeigte eindrücklich die Auswirkungen der Kinderarbeit
auf verschiedene Lebensbereiche. Die Teilnehmerinnen konnten erleben, wie es in alten
Fabriken roch und erfuhren, welchen ungesunden Chemikalien die Kinder damals
ausgesetzt waren. Mit der Einführung der Schulpflicht 1874 änderte sich die Situation: Die
Bundesverfassung schrieb eine obligatorische, kostenlose und konfessionsunabhängige
Volksschule vor. Arbeit kann für Kinder lehrreich sein, doch übermässige Belastung – wie 12
bis 15 Stunden täglich, auch am Wochenende – schadete ihrer Entwicklung und führte häufig
zu seelischen und gesundheitlichen Problemen.
In vielen Ländern des globalen Südens arbeiten Kinder noch heute, weil das Einkommen der
Eltern nicht ausreicht. Sie schuften in illegalen Minen, helfen bei der Kakaoernte oder nähen
billige Kleidung für den Weltmarkt. Wir können uns in der Schweiz glücklich schätzen, dass
Kinderarbeit hier der Vergangenheit angehört.
Die Teilnehmerinnen der Führung waren beeindruckt, aber auch nachdenklich – einige
kämpften mit den Tränen. Wir sollten dankbar sein, dass Kinderarbeit in der Schweiz nicht
mehr existiert, und unsere Kinder spielerisch darauf vorbereiten, später gesund mit Arbeit
umzugehen.
Als Nächstes steht im Juni unser jährlicher Ausflug auf dem Programm, der bereits
organisiert wird und auf reges Interesse stösst. Weitere Details und aktuelle Informationen
finden Sie jeweils auf unserer Homepage oder im Birmensdorfer sowie im Schaukasten auf
dem Wüeriplatz! Wir freuen uns auf weitere spannende gemeinsame Erlebnisse im
laufenden Jahr!

Margit Schmidt, Frauenverein Birmensdorf

Bild: Wasserholen an der Quelle, Unteriberg
SZ, 1947 © Theo Frey / Fotostiftung Schweiz