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«Also meine Aktion ist ganz simpel»

Wie kleine Gesten den öffentlichen Raum in Birmensdorf sauberer und lebenswerter machen. Heute mit Rut Schäppi.

Es sind oft die unscheinbaren Initiativen, die im Alltag den grössten Unterschied bewirken. In Birmensdorf engagieren sich immer wieder Menschen im Stillen für ihre Umgebung – ohne grosse Worte, aber mit spürbarer Wirkung. Eine von ihnen ist Rut Schäppi. Ihre einfache Idee zeigt, wie mit wenig Aufwand ein konkretes Problem gelöst werden kann. Am Waldrand im Sternenquartier steht ein «Bänkli», das von Spaziergängerinnen und Spaziergängern gerne genutzt wird. Doch wie so oft in solchen Erholungszonen blieb auch hier Abfall zurück – insbesondere Zigarettenstummel, die sich rund um die Sitzbank ansammelten. Für Rut Schäppi war klar: Hier lässt sich mit einer pragmatischen Lösung etwas verändern. «Also meine Aktion ist ganz simpel», sagt sie. «Ich befestige eine leere Halbliter-PET-Flasche mit grosser Öffnung an die Sitzbank bei uns am Waldrand. Diese improvisierte Vorrichtung erfüllt seither ihren Zweck erstaunlich gut.» Die Flasche wird von den Rauchern, die sich auf dieser Bank ausruhen, als Aschenbecher genutzt, zu ca. 90 Prozent – und wir haben nicht mehr die Kippenansammlung auf dem Boden rund um das Bänkli.» Die Flaschen werden von ihr regelmässig kontrolliert und ersetzt. «Je nach Wetterlage so etwa einmal wöchentlich», erklärt sie. Der Aufwand ist gering, der Effekt dafür umso grösser. Denn nicht nur die Zigarettenstummel sind verschwunden – auch das allgemeine Abfallaufkommen scheint zurückgegangen zu sein. «Ich habe zudem den Eindruck, dass auch sonst kaum mehr Abfall hinterlassen wird. Oder vielleicht gibt es ja noch eine zusätzliche Person, die der Bank Aufmerksamkeit schenkt.» Ob es tatsächlich weitere stille Helferinnen oder Helfer gibt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Solche kleinen Initiativen tragen dazu bei, das Verantwortungsgefühl für den öffentlichen Raum zu stärken. Wer eine saubere Umgebung vorfindet, ist eher geneigt, diese auch so zu hinterlassen. Das Beispiel von Rut Schäppi zeigt eindrücklich, dass es nicht immer grosse Projekte braucht, um etwas zu bewirken. Manchmal genügt eine einfache Idee, etwas Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Oder, wie sie es selbst auf den Punkt bringt: Kleiner Aufwand, grosse Wirkung.