«Aber ja: Die Zeit drängt.»
Höhepunkt der 117. Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Birmensdorf war ein spannendes Gastreferat von Dr. Marcel Berni zur aktuellen Weltlage. Der «Birmensdorfer» war vor Ort.
Im Freizeitraum des Restaurants Brüelmatt fand kürzlich die Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Birmensdorf statt. Diese bezweckt die Förderung der wirtschaftlichen Verhältnisse Ihrer Mitglieder insbesondere durch die
Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben in der Region, welche ihre Produkte umweltschonend und nachhaltig produzieren.
Präsident Hansjörg Vogler lobte in seiner Ansprache den Zusammenhalt in der Landwirtschaft. «Dazu leistet die Landwirtschaftliche Genossenschaft Birmensdorf einen wichtigen Beitrag». Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung gezielter Unterstützung für die Landwirtschaft sowie den hohen Stellenwert der Nachhaltigkeit innerhalb der Genossenschaft. Aktuell zählt diese 76 Mitglieder. Dabei werden insbesondere aktiv in der Landwirtschaft tätige Personen, nahestehende Unterstützer sowie Nachfolgegenerationen verstorbener Mitglieder berücksichtigt.
Nach der Abwicklung der statutarischen Geschäfte und einem feinen Nachtessen aus der Küche des Restaurants Brüelmatt folgte als Höhepunkt des Abends ein Referat von Dr. Marcel Berni von der Militärakademie (MILAK). In seinem Vortrag beleuchtete er die aktuelle sicherheitspolitische Lage der Schweiz im internationalen Kontext und zeichnete ein differenziertes Bild der globalen Entwicklungen.
«Europa steckt in einer verschiedenartigen Bedrohungslage: durch Russland, durch ein aufstrebendes China und dem Zusammenbrechen traditioneller Bündnisse», erklärte Berni. Die wachsende Unsicherheit führe dazu, dass auch in der Schweiz vermehrt über die eigene Verteidigungsfähigkeit nachgedacht werde. «Die Angst vor einem dritten Weltkrieg zwingt zu Gedanken zur eigenen Verteidigung nicht nur in Europa, sondern auch in der Schweiz», so Berni weiter.
Auch der Schweizer Nachrichtendienst warne vor einer Welt im Umbruch, die zunehmend von hybriden Konfliktformen geprägt sei. «Wir sprechen hier auch von hybridem Krieg, etwa im Zusammenhang mit Russland», führte Berni aus. Die globale Lage sei derzeit von drei zentralen Faktoren abhängig: «der US-Überlegenheit, dem Konflikt zwischen Autokratie und Demokratie sowie den BRICS-Staaten.»
Kritisch äusserte sich Berni zudem zur Entwicklung der Schweizer Armee: «Die Schweizer Armee wurde während der letzten Jahrzehnte abgebaut und für Zivileinsätze abkommandiert.» Vor diesem Hintergrund stellte er die zentrale Frage: «Kann sich die Schweiz noch autonom verteidigen?» Seine Antwort fiel differenziert aus: «Die Schweizer Armee will ihre militärischen Fähigkeiten adaptiv entwickeln, die Chancen des technischen Fortschrittes nutzen und die internationale Zusammenarbeit stärken.» Abschliessend mahnte er: «Aber ja: Die Zeit drängt.»

