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«Der Fussball ist bei uns Mittel zum Zweck»

Präsident Andreas Eggenberger sieht im FC Birmensdorf mehr als einen Fussballclub – nämlich ein soziales Projekt.

Euer Club wächst stark und zählt mittlerweile über 400 Juniorinnen und Junioren. Was steckt dahinter?
Andreas Eggenberger: Für uns ist der Fussball nicht das Ziel, sondern das Mittel. Gerade für jene, die es in der Schule oder im Alltag nicht immer leicht haben, bieten wir einen Rahmen, in dem sie sich entwickeln können. Teamsport fördert Verlässlichkeit, Konfliktfähigkeit und den Umgang miteinander. Das sind Werte, die weit über den Platz hinaus wirken.

Das klingt fast nach gesellschaftspolitischem Anspruch.
Ja, das ist schon so. Auch aus liberaler Sicht ist das ein klarer Business Case. Wenn man ehrlich rechnet, leisten unsere rund 85 Trainer:innen plus Staff jedes Jahr Arbeit im Wert von ein bis zwei Millionen Franken. Viele von ihnen stehen beruflich in anspruchsvollen Positionen oder sind selbständig. Sie wissen, was ihre Zeit wert ist, und investieren sie trotzdem bewusst hier. Das zeigt, wie hoch der gesellschaftliche Ertrag ist.
Welche Rolle spielen die Trainer:innen konkret?

Sie sind die Helden des Alltags. Ohne sie läuft gar nichts. Sie sind Vorbilder, Bezugspersonen und oft auch Vertrauenspersonen. Wir sind überzeugt, dass sie mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention leisten. Wer in einem Team eingebunden ist, Verantwortung übernimmt und regelmässig trainiert, hat schlicht weniger Raum, um auf dumme Ideen zu kommen.

Welche Bedeutung hat der Sport heute generell für Kinder und Jugendliche?
Eine grössere denn je. Wir leben in einer Zeit, in der vieles digital und passiv geworden ist. Der Fussballclub bietet echte Offlineund Bewegungs-Inseln während der Woche. Für viele Jugendliche ist das extrem wichtig. Hier wird gerannt, gelacht, gestritten und gelernt – und zwar real, nicht über einen Bildschirm.

Wird diese Leistung in der Öffentlichkeit genügend wahrgenommen?
Ehrlich gesagt: nein. Der Fokus liegt oft auf kleinen, aber umso lauteren Minderheiten und deren Fehlverhalten. Die breite, wertvolle Arbeit der Vereine geht dabei unter. Das ist schade, denn sie trägt enorm viel zur Stabilität unserer Gesellschaft bei.

Wo liegen aktuell die grössten Herausforderungen?
Ganz klar bei der Infrastruktur. Gerade in der feuchten Jahreszeit oder im Winter, wenn es ohnehin schwerfällt, sich draussen zu bewegen, wären gute Trainingsmöglichkeiten entscheidend. Eine Halle wäre für uns mit über 400 Kindern permanent ausgelastet, ist aber schlicht zu teuer. Praktisch alle anderen Gemeinden haben eine Lösung gefunden. Wir nicht. Das ist frustrierend.

Was bedeutet das konkret?
Dass wir eine Milizorganisation haben, die jährlich Leistungen im Wert von bis zu zwei Millionen erbringt oder erbringen würde, aber der Betrieb teilweise an der Infrastruktur scheitert. Das passt einfach nicht zusammen. Hier besteht Handlungsbedarf, wenn man es ernst meint mit Nachwuchs, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

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