Mit nassen Füssen für eine saubere Umwelt
Beim CITO-Aktionstag in Birmensdorf engagierten sich kürzlich mehrere Geocacher gemeinsam mit der Gemeinde für die Umwelt. Ausgerüstet mit Handschuhen, Müllsäcken und viel Einsatzbereitschaft sammelten sie entlang und direkt in der Reppisch zahlreiche Abfälle ein – darunter auch einige überraschende Fundstücke.
Wer an Geocaching denkt, denkt meist an die Suche nach versteckten Behältern und spannende Entdeckungen in der Natur. Doch die weltweite Community engagiert sich seit Jahren auch für den Umweltschutz. Ein sichtbares Beispiel dafür war der kürzlich durchgeführte CITO-Anlass («Cache In, Trash Out») in Birmensdorf. Von 9 bis 14 Uhr waren über 20 Helfende entlang der Reppisch unterwegs, um Abfall aus der Natur zu entfernen. Organisiert wurde die Aktion von Geocacher Emanuel Suter in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Birmensdorf und in enger Absprache mit den zuständigen Fachstellen des Kantons. Die Aktion wurde bewusst ausserhalb der Fisch- und Reptilienschonzeit durchgeführt, um die Tierwelt nicht zu beeinträchtigen. Dabei blieb es nicht immer bei trockenen Füssen: Um versteckten Müll aus dem Bachbett und den Uferbereichen zu bergen, wateten die Teilnehmenden direkt durch die drei Bäche der Gemeinde.
Die Bilanz des Morgens kann sich sehen lassen. Neben zahlreichen Flaschen, Dosen und anderem Unrat wurden auch grössere Gegenstände entdeckt und geborgen. «Besonders auffällig waren ein stark verschlammtes Fahrrad sowie zwei Mini-Scooter, die offenbar schon längere Zeit im Gewässer gelegen hatten», sagt Emanuel Suter. Auch diverse Bälle, Schirme, Aludosen und weitere Gegenstände kamen zum Vorschein.
Für Emanuel Suter und seine Geocaching-Kolleginnen und -Kollegen ist das Aufräumen jedoch nichts Aussergewöhnliches. «Jedes Mal, wenn wir Geocaching betreiben – in der Schweiz oder international – nehmen wir einen Müllsack mit und sammeln unterwegs Abfall ein», erklärt er. «Da uns die Schatzsuche oft abseits der Wege ins Unterholz führt, finden wir dort viele versteckte und teils uralte Müllreste: Flaschen, Dosen und anderer Abfall, der teilweise schon halb im Boden steckt und von Laub überwuchert ist.»
Die Idee hinter den sogenannten CITO-Veranstaltungen ist in der Geocaching-Welt fest verankert. Weltweit organisieren Geocacher regelmässig gemeinsame Aufräumaktionen, um Wälder, Gewässer und Naherholungsgebiete von Abfällen zu befreien oder um Bäume zu pflanzen. Dabei geht es nicht nur um einen sauberen Lebensraum, sondern auch um den respektvollen Umgang mit der Natur.
Dementsprechend bescheiden ordnet Suter den Anlass ein: «Für uns steht bei dieser Aktion nicht die Publicity im Vordergrund. Wir sammeln ohnehin immer Müll ein, wenn wir in der Natur unterwegs sind – das gehört für viele Geocacher einfach dazu. In der Community werden immer wieder mal CITO-Aktionen organisiert, weil der respektvolle Umgang mit der Natur fest zur Geocaching-Kultur gehört.» Weitere CITO-Einsätze an anderen Gewässern im Kanton Zürich sind bereits für den Herbst in Planung. Der Aktionstag in Birmensdorf zeigte eindrücklich, wie ehrenamtliches Engagement einen konkreten Beitrag für Umwelt und Lebensqualität leisten kann – auch wenn dabei gelegentlich ein paar nasse Schuhe in Kauf genommen werden müssen.
PS: Kennen Sie ebenfalls stille Helfende in Birmi, über die man berichten sollte? Oder sind Sie selbst ein stiller Helfer oder eine stille Helferin? Dann melden Sie sich bitte via E-Mail bei filmredaktion@bluewin.ch

