«Bei der Wohnungssuche im Alter zählt die Vorbereitung»
Am Internationalen Tag der älteren Menschen sprach Pascal Stutz, CEO des SVIT Zürich, im Gemeindezentrum Brüelmatt über die Herausforderungen bei der Wohnungssuche im Alter. Der «Birmensdorfer» war dabei.
Wie findet man eine passende Wohnung, wenn die bisherige plötzlich zu gross geworden ist oder nicht mehr den eigenen Bedürfnissen entspricht? Für viele Seniorinnen und Senioren ist ein Umzug keine einfache Entscheidung. «Weil es bequemer und günstiger ist und weil sie mit dem Quartier verwurzelt sind», bleiben viele in ihrer bisherigen Wohnung, erklärt Pascal Stutz. Problematisch werde es, wenn eine unerwartete Kündigung zum schnellen Handeln zwinge.
Stutz kennt den Immobilienmarkt aus langjähriger Erfahrung. Rund 30 Jahre war er im Immobilienverkauf tätig, seit elf Jahren ist er Geschäftsführer des SVIT Zürich. Seine wichtigste Empfehlung an ältere Wohnungssuchende: sich rechtzeitig vorbereiten. Denn der heutige Mietmarkt stellt auch erfahrene Wohnungssuchende vor Herausforderungen. «Weniger Mietfläche zu höheren Preisen», bringt Stutz die Entwicklung auf den Punkt.
Dabei könnten theoretisch auch ungewöhnliche Lösungen helfen. Etwa ein Wohnungstausch zwischen einer älteren Person und einer jungen Familie: Die Familie erhält mehr Platz, die ältere Person könnte in eine kleinere Wohnung wechseln. Doch das heutige Mietrecht mache solche Modelle «kaum umsetzbar».
Auch die Befürchtung, ältere Menschen hätten es bei Vermietern grundsätzlich schwer, relativiert Stutz. «Ältere Mieter sind in der Regel bessere Mieter, da sie länger im Objekt bleiben.» Zudem stammten viele aus einer Generation, für die gelte: «Steuern, Miete und Versicherungsprämien vor allen anderen Ausgaben zuerst bezahlen, um ruhig schlafen zu können.»
Wo also liegt das Problem? Häufig bei der Vorbereitung. «Sie sind nicht richtig vorbereitet und brauchen zu lange Entscheidungswege», sagt Stutz. Wer eine Wohnung suche, müsse heute schnell reagieren können. «Eine Wohnungsbewerbung ist heute in Regionen mit Wohnungsknappheit mit einer Stellenbewerbung gleichzusetzen.» Dazu gehöre auch ein persönliches Bewerbungsschreiben.
Und weshalb nicht einfach mit jüngeren Wohnungssuchenden konkurrieren? Stutz rät dazu, den Kreis möglichst weit zu ziehen: «Je mehr Bewerbungen man erstellt, desto höher ist die Chance für einen Zuschlag.» Entscheidend sei ein vollständiges Dossier. Bewirtschaftungsfirmen würden in einer ersten Phase häufig nach der Vollständigkeit selektieren.
Eine weitere Hürde ist die Digitalisierung. «Ohne E-Mail-Adresse geht heute nichts mehr», sagt Stutz. Wer selbst keine E-Mail-Adresse habe, brauche Unterstützung aus dem Familien- oder Freundeskreis. Fehle dieser, seien auch Gemeinden oder Organisationen wie Pro Senectute gefordert.
Die wichtigste Botschaft des Nachmittags lässt sich deshalb in einem Wort zusammenfassen: «parat». Wer sich frühzeitig mit den eigenen Wohnbedürfnissen beschäftigt, Unterlagen vorbereitet und bei einer passenden Wohnung rasch handeln kann, verschafft sich auf dem umkämpften Wohnungsmarkt einen entscheidenden Zeitvorteil.

