«Es gibt immer etwas zum Schrauben oder Ersetzen»
Seit Jörg Hofstetter im Alter von 14 Jahren einen Traktor fahren durfte, ist er vom Thema fasziniert. Sein geliebtes Fahrzeug hegt und pflegt er noch heute.
Mit 14 Jahren darf man schon Traktor fahren?
Jörg Hofstetter: Ja, mit 14 Jahren machte ich die Theorieprüfung und durfte danach auf dem Bauernhof helfen. Zuerst bin ich nur gerade Strecken gefahren, später auch längere Touren von Birmensdorf bis nach Schwamendingen.
Worin liegt die Faszination für einen Traktor?
In der Risi hatte es früher eine Autoverwertung, auf der ich schon als Kind zu schrauben begann. Mechanik interessierte mich seit jeher. Und so bin ich auf den Geschmack gekommen. Auch Hans Wüest im Dörfli war mit seinen Hürlimann-Traktoren eine grosse Inspiration für mich, als ich oberhalb von ihm wohnte.
Und wie sind Sie selbst zum Traktor gekommen?
Als mein Götti auf dem Bauernhof starb, konnte ich den Traktor aus der Erbmasse lösen und erwerben. Dieses Jahr im Dezember wird das Gefährt 50 Jahre alt. Ich fahre den Traktor regelmässig aus, hege und pflege ihn.
Da kommt Ihnen die Automechaniker Lehre bestimmt zugute, oder?
Ja klar. Es gibt immer etwas zu Schrauben oder zu Ersetzen. Nach heftiger Abnutzung musste ich rund zehn Jahre aufwenden, um den Traktor zu restaurieren. Auch bin ich mittlerweile Mitglied in drei Traktorenclubs. Zuerst war ich bei den «Traktorenfründe Säuliamt», wo ich auch als Revisor engagiert bin. Später kamen die Traktorenfreunde Oberamt und der Hürlimann Club Schweiz dazu, bei dem auch noch ein Sohn vom Hürlimann Hersteller dabei ist. Wir machen regelmässige Club-Events und bilden eine ganze Traktorenschlange zur «Freude der Autofahrer».
Was für Strecken fahrt ihr ab?
Die erste Fahrt des Jahres nennt sich «Standschadenausfahrt». Sie startet zum Beispiel im Säuliamt in Hausen am Albis. Dann fahren wir etwa mit 20 Traktoren Richtung Freiamt, gehen lunchen und fahren zurück. Es gibt aber auch Trips wie die Sonnenuntergangsfahrten aufs Albishorn. Dieses Jahr war eine grosse Ausstellung in Möriken-Wildegg mit über 1000 Traktoren und Dampfmaschinen. Das ist dann ganz gewaltig!
Gibt es auch elektrische Traktoren?
Ein Ingenieur hat den Motor eines Oldtimer-Traktors mit einem Elektromotor ersetzt und bewilligen lassen. Aber das ist eine Seltenheit. Die Fahrzeuge sind meistens handgeschaltet, und man benötigt viel Beinarbeit für das Zwischenkuppeln, um sie zu steuern.
Kann man auch mitfahren?
Ja, wir haben zwei Seitenplätze, wo wir auch mal einen Gast mitnehmen können. Mein Schatz ist dafür aber nicht gross zu begeistern.
Und wo befindet sich Ihr Traktor heute?
Heutzutage bin ich ein Schönwetterfahrer. In meiner Tiefgarage hätte aber ein Regendach auch gar keinen Platz.
Und wann wird er nächstens ausgefahren?
Draussen erst im März oder April 2026. Bis dann bewege ich den Traktor, der am Batterielade-Schwebegerät angehängt ist, ab und zu in der Tiefgarage, wo der Platz gerade ausreicht.


