Das Cello als Brücke zwischen Welten
Der international tätige Cellist und Hochschuldozent Payam Taghadossi bringt seine Erfahrung aus Spitzenorchestern und Hochschulen nach Aesch und lädt das Publikum am Sonntagmorgen zu einer Begegnung mit Musik ein, die verbindet.
Wenn der persischstämmige Payam Taghadossi auftritt, begegnet man einem Musiker, der Klang nicht nur formt, sondern denkt, fühlt und lebt. Seine künstlerische Entwicklung nahm ihren Anfang in der Ausbildung bei Thomas Grossenbacher und Rafael Rosenfeld, zwei der renommiertesten Cellisten der Schweiz. Unter ihrer einfühlsamen Anleitung formte er an der Zürcher Hochschule der Künste und der Hochschule für Musik FHNW Basel seine Technik, seine Musikalität und seine persönliche Stimme. Bereits während des Studiums zog es den Aescher Künstler auf die grossen Bühnen. Als Praktikant im Tonhalle-Orchester Zürich entdeckte er die unvergleichliche Kraft des Orchesterspiels. «Im Orchester zu spielen bedeutet, gemeinsam zu atmen und einen Klang zu erschaffen, der grösser ist als man selbst», sagt Taghadossi. Später wurde er festes Mitglied im Sinfonieorchester Basel, wo er heute als stellvertretender Solocellist wirkt. Dort legte er die Grundlage für sein tiefes Verständnis von Klangkultur und Ensemblearbeit. Eine prägende Station ist zudem das West-Eastern Divan Orchestra, das für Dialog und Verständigung steht. Als stellvertretender Solocellist trägt Taghadossi dessen Botschaft auf internationale Bühnen. «Musik ist universell. Sie kann Brücken bauen, wo Worte an Grenzen stossen», betont er. Diese Überzeugung durchzieht sein gesamtes Wirken. Die Vermittlung von Wissen wurde zu einem weiteren essenziellen Bestandteil seines Lebens. 2020 übernahm er eine Lehrtätigkeit an der Zakhar Bron School of Music in Zürich. 2025 folgte die Berufung als Hochschuldozent an die Haute école des arts du Rhin in Strasbourg. Darüber hinaus ist er regelmässig als Prüfungsexperte an der Hochschule für Musik FHNW Basel tätig und gibt Meisterkurse in Österreich, Frankreich und der Türkei. Payam Taghadossi versteht Musik nicht nur als Beruf, sondern als Lebensweg – als Sprache, die Grenzen überwindet und Menschen verbindet. Sein Spiel, geprägt von emotionaler Tiefe und technischer Präzision, spiegelt diese Haltung wider. In Aesch wird er nicht nur Werke interpretieren, sondern Einblicke in seine musikalische Welt geben – nahbar, reflektiert und inspirierend. Die Sonntagsmatinée «Saitenzauber» zeigt, wie lebendig klassische Musik heute sein kann. Payam Taghadossi tritt erstmals mit Sarah Verrue (siehe Kasten) auf.

