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Zwischen Viehzucht, Biodiversität und Holzskulpturen

Seit Jahrzehnten bewirtschaftet Stefan Gut den Hof am Hafnerberg in Birmensdorf. Der Landwirt setzt auf Vielseitigkeit statt Spezialisierung – und verbindet moderne Viehzucht mit Naturpflege, Gemeinsinn und kreativem Handwerk.

Wer mit Stefan Gut spricht, merkt rasch: Landwirtschaft ist für ihn weit mehr als ein Beruf. Es ist Verantwortung, Leidenschaft und Lebensform zugleich. Auf dem Hof am Hafnerberg oberhalb von Birmensdorf werden Kühe gehalten, Lebensmittel produziert und zugleich wertvolle Beiträge zur Biodiversität geleistet. «Bewusst führen wir einen vielseitigen Betrieb und haben uns nicht auf einen Betriebszweig spezialisiert», sagt Gut. Gerade diese Vielfalt zeichne den Hof aus. In der Viehzucht hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles verändert. Während früher viele Betriebe sowohl Milch- als auch Fleischrassen hielten, hätten sich die meisten Tierhalter heute spezialisiert. Auch technische Entwicklungen hätten den Alltag verändert. Als Beispiel nennt Stefan Gut das sogenannte Spermasexing: Dabei wird der Samen des Stieres in einem speziellen Verfahren nach männlichen und weiblichen Samenzellen getrennt. «Das Geschlecht des Kalbes kann damit beeinflusst werden», erklärt er. Solche Methoden ermöglichten eine gezieltere Zuchtplanung. Dass Gut sein Handwerk versteht, zeigte sich auch an der Olma, wo er 2023 mit seiner Kuh bereits den ersten Preis gewann. Dennoch blickt er nicht nur auf Erfolge, sondern auch auf die Herausforderungen des Berufs. «Es ist wohl ein Privileg, mit Tieren und Natur zu arbeiten und den Arbeitsalltag selber zu gestalten», sagt er. Gleichzeitig sei die Präsenzzeit auf dem Hof enorm. Die Arbeit und die Herstellung von Nahrungsmitteln seien schlecht entlöhnt, weshalb viele Bauernfamilien auf zusätzliche Einkünfte angewiesen seien. Auch Birmensdorf selbst hat sich aus seiner Sicht stark verändert. «Die Einwohnerzahl der Gemeinde hat sich seit meiner Schulzeit fast verdoppelt», erzählt der Landwirt. Früher habe man sich im Dorf gekannt und gegrüsst. Trotz des Wachstums engagierte er sich selbst aktiv für die Gemeinde und war Mitglied des Gemeinderats. Diese Zeit bezeichnet er als «interessante Zeit und positive Erfahrung fürs Leben». Gleichzeitig betont er, dass der zeitliche Aufwand eines solchen Amts nicht unterschätzt werden dürfe. Neben Landwirtschaft und Politik hat Stefan Gut noch eine weitere Leidenschaft: das Holzschnitzen. Bereits zweimal verschönerte er den Birmensdorfer Lichterweg mit eigenen Holzskulpturen. Für ihn bleibt das Schnitzen zwar ein Hobby, doch die positiven Rückmeldungen motivieren ihn. «Die sehr guten Besucherzahlen und die positiven Rückmeldungen beflügeln mich, weitere Holzskulpturen anzufertigen», sagt er mit einem Lächeln.