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Wenn der Wocheneinkauf an der Haustür hängt

Noch bevor Bio-Regale in den Grossverteilern selbstverständlich wurden, fuhr Biopac mit frischem Gemüse direkt zu den Menschen nach Hause. Seit über vier Jahrzehnten setzt das Familienunternehmen aus dem Zürcher Weinland auf saisonale Produkte, kurze Wege und den direkten Kontakt zur Kundschaft – ein Konzept, das heute aktueller wirkt denn je.

Es ist früh am Morgen. Während viele ihren Einkauf für das Wochenende erst planen, stehen bei Biopac die Gemüsetaschen längst bereit. Salate, Rüebli, Kartoffeln, Kräuter, vielleicht eine Handvoll Kirschen oder eine feurig rote Peperoni – je nach Saison und Ernte wandern frische Bio-Produkte in die Taschen, bevor sie ihre Reise zu den Kundinnen und Kunden antreten. Überraschung gehört zum Konzept. Denn geliefert wird nicht nach starren Einkaufslisten, sondern nach dem, was die Natur gerade bereithält. Die Idee dahinter ist alles andere als neu. Ende der 1970er-Jahre gründete Arthur Sulzberger in Freienstein einen Hauslieferdienst für biologisches Gemüse und Früchte – zu einer Zeit, als Bio-Produkte in der Schweiz noch eine Nische waren. Die Nachfrage wuchs rasch, insbesondere in den Städten. Aus dem kleinen Betrieb entwickelte sich ein Unternehmen, das auch schwierige Zeiten überstand, etwa als grosse Detailhändler den Biomarkt entdeckten und mit tiefen Preisen Konkurrenz machten. Treue Kundinnen und Kunden sorgten dafür, dass Biopac seinen Weg fortsetzen konnte. Heute führt Tanja Sulzberger den Familienbetrieb in Aesch bei Neftenbach weiter: «Das Grundprinzip ist geblieben: geliefert werden ausschliesslich biologisch produzierte Lebensmittel, bevorzugt aus der Region und immer saisonal», sagt sie. Die Gemüseabos gibt es in verschiedenen Grössen – vom Singlehaushalt bis zur Familie. Wer bestimmte Gemüsesorten nicht mag oder nicht verträgt, kann diese unkompliziert abwählen. Ergänzt wird das Angebot durch frisches Brot sowie wechselnde Spezialitäten. Bemerkenswert ist dabei nicht nur der Inhalt der Taschen, sondern auch die Logistik. Im Grossraum Zürich liefert Biopac mit dem eigenen Fahrdienst direkt bis vor die Haustüre, schweizweit gelangen die Pakete per Post zu den Bestellerinnen und Bestellern. Verpackungen werden, wo immer möglich, zurückgenommen und wiederverwendet; auf unnötigen Kunststoff wird weitgehend verzichtet. Alle zwei Wochen ist der Lieferdienst auch in Birmensdorf unterwegs. In einer Zeit, in der Regionalität, Nachhaltigkeit und Transparenz zu den grossen Schlagworten der Lebensmittelbranche zählen, wirkt Biopac fast wie ein Unternehmen, das seiner Zeit stets ein wenig voraus war. Was heute vielerorts als innovative Direktvermarktung gilt, gehört hier seit Jahrzehnten zum Alltag. Die wöchentlich wechselnde Gemüsetasche ist deshalb weit mehr als ein praktischer Lieferservice – sie erzählt die Geschichte einer Idee, die nie aus der Mode gekommen ist: gute Lebensmittel dort bereitzustellen, wo sie gebraucht werden – direkt vor der Haustür.

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