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Wenn das Leben zu Ende geht, braucht es auch Hilfe

Erste Hilfe ist selbstverständlich. Doch was tun, wenn ein Mensch nicht mehr gerettet werden kann, sondern stirbt? «Letzte Hilfe Schweiz» will morgen – Samstag, 22. August, von 10 bis 16 Uhr im GZ Brüelmatt – Wissen über Sterben, Tod und Trauer zurück in die Gesellschaft bringen – und Menschen ermutigen, ihre Angehörigen auf dem letzten Weg zu begleiten.

Über das Sterben zu sprechen, fällt vielen Menschen schwer. Dabei gehört der Tod untrennbar zum Leben. Während medizinische Notfälle längst Teil des Allgemeinwissens sind, fehlt es beim Lebensende oft an Sicherheit und Orientierung. Genau hier setzt der «Letzte Hilfe Kurs» an. Er vermittelt Laien grundlegendes Wissen darüber, was beim Sterben geschieht, wie sich Leiden lindern lässt und wie Angehörige einen sterbenden Menschen begleiten können. Auch die eigenen Vorstellungen vom Lebensende und Fragen der Vorsorge erhalten Raum. Das Konzept versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zur professionellen Palliative Care. Vielmehr geht es darum, die Zeit bis zum Tod bewusst zu gestalten und zu wissen, wann und wo fachliche Unterstützung beigezogen werden kann. In einem vier- bis maximal sechsstündigen Kurs vermitteln erfahrene Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen der Palliative Care Grundlagen und praktische Hinweise. Die vier Schwerpunkte lauten: Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und Entscheiden, Leiden lindern sowie Abschied nehmen. Die Idee hinter dem Angebot stammt vom Palliativ- und Notfallmediziner Georg Bollig und hat sich inzwischen international verbreitet. In der Schweiz ist die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich seit 2017 Lizenznehmerin und leitet das Projekt «Letzte Hilfe Schweiz». Kurse werden inzwischen in zahlreichen Kantonen angeboten und von lokalen Partnerorganisationen getragen. Eine Besonderheit ist der generationenübergreifende Ansatz. Neben den Kursen für Erwachsene gibt es ein speziell auf Kinder und Jugendliche zwischen neun und 16 Jahren zugeschnittenes Angebot. In vier Unterrichtseinheiten werden auch ihnen die Themen Sterben, Tod, Vorsorge und Abschied altersgerecht nähergebracht. «Letzte Hilfe» steht damit für einen Perspektivwechsel: Sterbebegleitung soll nicht ausschliesslich Aufgabe von Spitälern, Pflegeinstitutionen oder Hospizen sein. Auch Angehörige, Freunde und Nachbarn können etwas beitragen – oft sind es gerade Nähe, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr, die am Lebensende zählen. Das nötige Wissen dafür lässt sich lernen. Und vielleicht beginnt die wichtigste Hilfe manchmal damit, dass man sich traut, über den Tod zu sprechen.

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