Carla (13): «Ich lese so ziemlich alles»
Vom Abenteuerroman über Harry Potter bis zum Sach- und Rätselbuch: Der Lesesommer 2026 der Bibliothek Birmensdorf hat einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich die Lesevorlieben von Kindern und Jugendlichen sind. Drei Gewinnerinnen und Gewinner erzählen, was sie am Lesen begeistert – und warum ein Buch manchmal spannender sein kann als ein Film.
Lesen, lesen, lesen: Während der Sommerferien wurde in Birmensdorf wieder fleissig in die Welt der Bücher eingetaucht. Beim Lesesommer waren Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre eingeladen, während mindestens 30 Tagen täglich 15 Minuten zu lesen und dies im Lesepass festzuhalten. Wer die Vorgaben erfüllte, nahm an der Verlosung von drei Gutscheinen der Buchhandlung Lüthi und (Sch)leckereien von gopfried-stutz.ch teil. Zu den glücklichen Gewinnerinnen gehört die 13-jährige Carla. Für sie war die Teilnahme naheliegend: «Nach der Schule komme ich oft in die Bibliothek. Als ich die Ausschreibung sah, wollte ich unbedingt mal teilnehmen.» Viel Überzeugungsarbeit brauchte es nicht. Carla liest privat sehr viel und probiert dabei gerne Unterschiedliches aus. «Ich lese so ziemlich alles und merke nach rund zehn Seiten, ob mir der Inhalt gefällt oder nicht.» Die Bibliothek Birmensdorf kennt Carla schon lange. Vor einigen Jahren nutzte sie auch die Wunschwand und wünschte sich dort ein «Bibi und Tina»-Buch. Inzwischen haben sich ihre Interessen verändert. «Aber diese Phase ist durch und mich interessieren vielmehr Sachbücher passend zum Schulstoff. Auch Kochbücher finde ich spannend.» Mit einer Lesedauer von rund drei Stunden täglich fiel ihr der Lesepass entsprechend leicht. «Oft lese ich ein Buch, wenn ich meine Ruhe habe – auch im Bett lese ich megagern und wenn ein Buch spannend ist, dann kann ich fast nicht mehr aufhören.» Besonders gerne mag sie Abenteuerbücher, in denen Freundschaften eine wichtige Rolle spielen. Aktuell liest sie «Der rote Seidenschal» von Federica de Cesco. Auch der 12-jährige Armin ist regelmässig in der Bibliothek Birmensdorf anzutreffen. Seine aktuelle Leidenschaft trägt einen bekannten Namen: Harry Potter. «Ich lese viele ‹Harry Potter›-Bücher. Der fünfte Band mit dem ‹Phönix-Orden› gefällt mir am allerbesten, weil die Story sehr spannend ist.» Die Verfilmungen kennt Armin ebenfalls – bis zum fünften Teil. Beim Vergleich zwischen Buch und Film fällt sein Urteil eindeutig aus: «Beim Film ist oft nur ein Bruchteil des Buches enthalten.» Die jüngste der drei Gewinnerinnen ist die zehnjährige Sophie. Bei ihr findet das Lesen vor allem im schulischen Umfeld statt – und gerne auch kurz vor dem Einschlafen. Besonders spannend findet sie «Das kleine böse Buch». «Der erste Band hat Rätsel drin.» Auch «Nordlicht» hat es ihr angetan. Sophie weiss auch genau, wofür sie ihren gewonnenen 25-Franken-Gutschein einsetzen möchte: «Demnächst soll eine ‹Nordlicht›-Fortsetzung erscheinen, die ich gerne kaufen möchte.» Drei Kinder, drei unterschiedliche Lesebiografien – und doch verbindet sie eines: Bücher eröffnen ihnen eigene Welten. Für Carla sind es Abenteuer und Freundschaften, Armin taucht in die magische Welt von Hogwarts ein und Sophie sucht Spannung und Rätsel. Der Lesesommer zeigt damit auch 2026, dass Lesen weit mehr ist als eine Aufgabe für die Schule: Es kann Leidenschaft, Rückzugsort, Unterhaltung und Entdeckungsreise zugleich sein.

