Blaues Licht für himmlischen Humor
Die Theatergruppe Birmensdorf probt im GZ Brüelmatt ihre neue Komödie «Drei Geister für Charlène» von Joel Müller. Regisseurin Alfa Poloni feilt mit viel Geduld an Timing, Text und Temperament – und setzt dabei auf einen besonderen Lichteffekt.
Im Saal des Gemeindezentrums Brüelmatt wird an diesem Sonntag konzentriert gearbeitet. Stühle rücken, Texthefte rascheln, dann fällt das Stichwort – und plötzlich taucht blaues Licht die Bühne in eine andere Welt. Immer wenn die Geister in «Drei Geister für Charlène» sprechen, wechselt die Beleuchtung die Farbe. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Effekt, der den übernatürlichen Auftritten eine eigene Atmosphäre verleiht. Die Theatergruppe Birmensdorf probt derzeit intensiv für ihre neue Produktion. Nach dem letztjährigen Edgar-Wallace-Krimi «Der Hexer» steht diesmal eine Komödie in zwei Akten auf dem Programm. Lachen ist ausdrücklich erwünscht – beim Publikum wie auch auf der Bühne. Doch bis die Pointen sitzen, braucht es Geduld. Regisseurin Alfa Poloni lässt einzelne Szenen mehrfach spielen. Sie unterbricht, stellt um, präzisiert: «Hier braucht es eine klarere Reaktion.» – «Die Pause vor der Pointe darf länger sein.» – «Schaut euch an, wenn ihr sprecht.» Ihr Blick gilt dem Zusammenspiel ebenso wie dem Rhythmus. Gerade in der Komödie sei das Timing entscheidend, erklärt sie in einer kurzen Probepause. Ein halber Atemzug könne darüber entscheiden, ob eine Pointe zündet oder verpufft. «Drei Geister für Charlène» lebt vom Kontrast zwischen irdischen Sorgen und himmlischer Einmischung. Wenn die Geister ins Geschehen eingreifen, friert die Szene kurz ein, das Licht wird blau, und das Publikum erhält einen augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen des Schicksals. Diese visuelle Trennung helfe nicht nur den Zuschauenden, sondern auch den Spielenden, sich in ihren Rollen zu orientieren, so Poloni. Die Stimmung im Ensemble ist konzentriert, aber gelöst. Immer wieder brandet Gelächter auf – manchmal geplant, manchmal ungeplant. Textunsicherheiten werden mit Humor genommen, aber zum Glück steht der Souffleur bereit. Doch der Anspruch ist spürbar: Jede Szene soll sitzen, jede Figur Profil gewinnen. Bis zur Premiere bleibt noch Zeit für Feinschliff. Im GZ Brüelmatt wird deshalb weiter geprobt, wiederholt, verbessert. Damit sich der Vorhang bald hebt für einen Abend, an dem statt Spannung und düsteren Motiven vor allem eines zählt: herzhaftes Lachen.

